KSK PFVII: Wie du deine Marschleistung für die Härtewoche maximierst (3 entscheidende Säulen)
19.11.2025
Einleitung: Warum die Härtewoche kein reines „Kilometerschrubben“ mehr ist
Das PFVII ist der zweite Teil des Auswahlverfahrens der deutschen Tier-1-Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK). Nach dem PFV I – wo unter anderem ein 20-Kilometer-Marsch, ein Lauf-Intervalltest, Klimmzüge und psychologische Prüfungen abgefordert werden – geht es im PFVII in die entscheidende Phase:
Härtewoche.
ca. 150 Kilometer.
Orientierung.
Stationen.
Individuelle Performance unter Dauerbelastung.
Und hier liegt der Kern:
Auch wenn die Gesamtstrecke im Vergleich zur alten Höllenwoche reduziert wurde, ist das PFVII kein Stück leichter geworden. Die Bewertung liegt stärker als je zuvor auf deiner Einzelleistung in den Stationen. Wer dort körperlich einknickt, ist raus – selbst wenn die Strecke geschafft wurde.
Der Punkt ist simpel:
Je weniger du mit dir selbst beschäftigt bist, desto mehr Kapazität hast du für Navigation, Aufgaben und taktisches Denken.
Und genau das entscheidet im PFVII über Erfolg oder Ausschluss.
Dafür brauchst du drei große Säulen.
Säule 1: Eine brutale Grundlagenausdauer (GA1 / Zone 2)
Wenn du 3 Monate vor dem PFV I immer noch an deiner Grundlagenausdauer schraubst, bist du zu spät dran.
GA1 ist die Basis jedes erfolgreichen PFVII-Kandidaten – und zwar lange bevor du auch nur an schweres Marschtraining denkst.
Warum Grundlagenausdauer die Nummer 1 ist
Ohne GA1:
brichst du bei langen Strecken ein
erholst dich nicht zwischen Stationen
schießt deine Laktatwerte beim Eilmarsch sofort hoch
verschwendest Energie an Tempoanpassungen
wirst du in der Härtewoche permanent kämpfen, statt arbeiten
Es gibt einen Grund, warum die besten PFVII-Leistungen fast immer von Kandidaten kommen, die vorher eine massive Ausdauerbasis aufgebaut haben.
Wie du GA1 strukturiert aufbaust
Folgende Methoden haben den höchsten Übertrag fürs PFVII:
1. Laufen (höchster Übertrag aufs Marschieren)
lange, ruhige GA1-Einheiten (60 Min. und mehr)
Herzfrequenz sauber in Zone 2 halten
Fokus auf Ökonomie & Atemtechnik
2. Radfahren (Entlastung der Strukturen)
Perfekt nach harten Laufwochen oder bei Risiko für Schienbein-/Knieprobleme.
3. Schwimmen
strukturschonend
prüfungsrelevant für PFV I und PFVII
ideal für aktive Regeneration
4. Marschtraining selbst (aber erst später!)
Du nutzt es NICHT, um GA1 aufzubauen.
Du nutzt es, um GA1 zu veredeln.
Checke diesen Beitrag von uns dazu.
Krafttraining als Ergänzung – nicht als Ersatz
Im PFVII musst du:
stundenlang deinen 20kg Ruckack tragen können, im bergigen Schwarzwald
Zusatzlasten wie Baumstämme oder Sandsäcke bewegen
unter Vorbelastung stationäre Aufgaben lösen
Dafür brauchst du:
Core-Stabilität, um dein Rucksack tragen zu können
hohe relative Maximalkraft, um Lasten ökonomisch zu handeln
robuste Strukturen, um Verletzungen zu vermeiden
große aerobe Ausdauer, um nicht zu übersäuern
Das ideale Kraftsystem:
Grundhypertrophie → Körperbasis
schwere Grundübungen → echte Kraft, die du auch im PFV anwenden kannst
PFVII-spezifische Reize → Sprünge, Tragewege, Antritte, kurze Eilmärsche
Ohne diese Basis brichst du auf langen Märschen oder Stationen ein – und die Härtewoche ist vorbei.
Säule 2: Eine saubere, progressive Marschprogression
Viele Bewerber scheitern nicht in der Härtewoche – sie scheitern vorher, weil sie sich mit falschen Marschstrategien schon Monate vorher zerstören.
Du brauchst eine systematische Progression.
Nicht planlos Kilometer fressen.
Der Ausgangspunkt: der 20-km-Marsch aus dem PFV I
Den 20er kannst du hervorragend als Baseline für die Marschprogression nutzen.
Phase 1: Distanz aufbauen
Strecke Woche für Woche erhöhen
ohne Fokus auf Geschwindigkeit
Ziel: strukturelle Belastbarkeit herstellen
Phase 2: Tempo integrieren
Eilmarsch-Abschnitte einbauen
Wechseltempo trainieren
hohe Marschgeschwindigkeit unter Kontrolle
Das Tempo bricht die meisten Kandidaten – nicht die Distanz an sich.
Phase 3: Gewicht steigern
erst wenn du schon 30-40km gut marschieren kannst
erst wenn Tempo stabil ist
niemals Gewicht priorisieren, wenn Technik bricht
Der 50-Kilometer-Marsch als Test
Der entscheidende Peak, um zu checken wo du stehst.Und wichtig:
Wir laufen ihn NICHT 1–2 Wochen vor PFVII.
Warum?
Regeneration wäre viel zu lang
Risiko für Überlastung wäre extrem
du würdest müde ins PFVII starten
Richtig:
50er mehrere Wochen vor PFVII → danach Taperingphase.
Damit baust du Leistungsfähigkeit auf, statt sie zu zerstören.
Säule 3: Marschvariationen, die realistisch auf die Härtewoche vorbereiten
Marsch ist nicht gleich Marsch.
Du kannst Märsche so variieren, dass sie unglaublich nah an das PFVII rankommen – ohne dich zu ruinieren.
1. Variationen in Distanz & Tempo
steigende Distanzen
hartes Tempowechseltraining
gezielte Eilmarschblöcke (z. B. km 3, 7, 10, 12)
2. Märsche unter Vorbelastung
Vor dem Marsch:
schwere Kniebeugen
Core-Work
kurze Kraftausdauerblöcke
→ Das simuliert PFVII-Stationen unter Vorermüdung.
3. Märsche mit integrierten Belastungsstationen
Beispiel:
5 km marschieren → 70 Burpees + 50 Air Squats mit Rucksack → weiter marschieren → Eilmarsch einbauen
Du trainierst:
Laktattoleranz
Durchhaltevermögen
Ökonomie unter Stress
4. Orientierungsmärsche (Pflicht!)
Orientierung im PFVII kann:
entweder ein Erholungselement sein
oder dein sofortiges Aus bedeuten
Diese Fähigkeit MUSS vorher gesessen haben. Checke diesen Beitrag von uns dazu.
5. Geländevariationen: besonders bergiges Terrain
Schwarzwald = Höhenmeter.
Wer das ignoriert, wird im PFVII scheitern. Der Schwarzwald ist brutal, schau dir dazu gerne mal die alten Dokus vom Auswahlverfahren an.
Hast du keine Berge?
Stairmaster
Treppenläufe
Intervalltreppen mit Last
Funktioniert hervorragend, auch wenn du im Norden wohnst. Du musst das unbedingt trainieren!
Fazit: Deine Marschleistung entscheidet das PFVII – und damit dein Ticket in die Basisausbildung
Die Härtewoche ist kein Ding der Unmöglichkeit.
Sie ist brutal, ja.
Aber sie ist systematisch vorbereitbar, wenn die drei Säulen stimmen:
massive Grundlagenausdauer
progressive Marschentwicklung (aber keine 150km Märsche)
variationsreiches, realitätsnahes Marschtraining
Und genau hier scheitern die meisten Bewerber – weil sie entweder planlos trainieren oder sich vorher zerstören.
Willst du deine Chance im PFVII real steigern?
Wenn du eine Vorbereitung willst, die:
exakt auf PFV I und PFV II abgestimmt ist
dich körperlich und strukturell belastbar macht
Navigation, Eilmarsch & Stationen systematisch aufbaut
Verletzungen minimiert
deine Marschleistung optimal skaliert
Dann ist es Zeit, mit Profis zu arbeiten. Lass uns gerne sprechen.
